 Die meisten Menschen verbinden Canada mit Lachs fischen, Bären jagen, atemberaubender Landschaft und unendlicher Weite. Aber Canada bietet weitaus mehr, unter anderem auch exzellente Weine! Die beiden großen Weinbauregionen in Ontario und British Columbia bieten sehr gute klimatische Voraussetzungen; das Ergebnis - Weine mit vielen Auszeichnungen - kann sich ohne weiteres sehen und schmecken lassen.
Wollen Sie genauere Information über den canadischen Weinbau?
Gerne laden wir Sie höflichst ein, hier weiter zu lesen….
Kapitel 1: Geschichte des canadischen Weinbaus
 Die ersten kommerziellen Weinbaubetriebe gab es erst im 19. Jahrhundert! Als 1811 ein Deutscher, namens John (Johann) Schiller in der Nähe von Toronto, am Credit River, ein  Weingut mit ca. 8 ha eröffnete. Dieses Datum gilt auch als Geburtsjahr des canadischen Weinbaus. Er experimentierte dort mit der vorgefundenen Vitis Labrusca.
Im Jahr 1866 wurde auf Pelee Island, von Weinbauern aus Kentucky, Rebflächen mit der Sorte Isabella bestockt.
Ende des 19. Jahrhundert gab es bereits mehr als 50 Weingüter in Canada, primär in der Provinz Ontario.
In den 1930 Jahren wurden große Mengen an amerikanischen und französischen Hybriden angepflanzt, wobei vor allem Wert auf Frostbeständigkeit gelegt wurde.
Die Weinpioniere dieser Zeit stammten primär aus Deutschland, Italien, Frankreich und Österreich.
Kapitel 2: Lage, Klima und Wachstumsperioden
85 % der canadischen Weinproduktion sind in Ontario angesiedelt, 13 % in British Columbia und die restlichen 2 % Nova Scotia, Quebec und Vancouver Island, wo es vereinzelt kleinklimatisch günstige Nischen gibt. Die klimatisch günstigsten Regionen sind vom Ontario Lake bis zum Lake Erie in Ontario und das Okanaga Valley in British Columbia.
Der Weinbau in Ontario als auch in British Columbia wird zu den kaltklimatischen Weinbauregionen (Cold Climate Viticulture Areas) gerechnet. Auch Deutschland, Schweiz, Neuseeland und Österreich werden zu den kaltklimatischen Weinbauregionen gezählt.
Allerdings unterscheidet sich der canadische Weinbau dahingehend, dass er wesentlich größeren Extremen ausgesetzt ist.
Im Winter müssen, selbst sehr begünstigte Regionen, mit minus 15° bis minus 20° und auch darunter gerechnet werden.
Südlich von Toronto, zwischen Ontario Lake, Erie Lake und dem Niagara River, liegt das Niagara Peninsula - Weinbaugebiet.
Es befindet sich auf demselben Breitengrad (43.) wie z.B. die Provence, die Toskana oder das Penedes - Gebiet in Spanien.
Ein ausgezeichnetes Mikroklima, bedingt durch die temperaturregulierende Wirkung der umgebenden Seen und die vor Wind schützende Erhebung des Niagara Escarpment, sowie genügend Niederschlag und mineralreiche Böden sind ideale Voraussetzungen für den ansässigen Weinbau.

Der Frühling ist sehr kurz(wenn überhaupt von Frühling gesprochen werden kann), gefolgt von einem heißen Sommer mit konstanten Temperaturen um die 30 ° und darüber, welche auch in der Nacht kaum fallen.
Die Saisonlänge variiert von Jahr zu Jahr. Erst Fröste können bereits im September, manchmal aber auch erst im November oder Dezember auftreten. Der Winter beginnt dann meist ebenso schlagartig mit einem rasanten Temperatursturz und konstantem Frost oft bis März oder April. Trotz allem beträgt die durchschnittliche Wachstumsperiode 173 Tage.
Kapitel 3: Rebsortenauflistung
Im 4. und 3. Jahrhundert, zurzeit von Theoprast, gab es
"so viele Äcker, so viele Arten von Weinreben"!
Schon die Karthäuser, im 19. Jahrhundert, hatten über 1300 Sortennamen verzeichnet. Heutzutage rechnet man mit ca. 5000 verschiedenen Rebsorten weltweit!
Seit den 1980iger Jahren sind die Flächen von französischen Hybrid-Reben enorm gewachsen! Vor allem bei den Sorten Vidal Blanc, Seyve Villard und Vee Blanc sind Steigerungsraten von 200% bis zu 500% zu verzeichnen. Aber auch bei Baco Noir, Seyval Blanc, Ventura und Villard Noir betragen die Zuwächse bis zu 30%.

Baco Noir: franz. Hybride aus der V. Riparia, bringt meist säurebetonte, aber sehr gute Rotweine hervor;
Seyval Blanc: die in den USA meistgepflanzte Hybride;
bringt trockene bis halbtrockene, sehr fruchtige Weißweine;
man findet diese Sorte östlich der Rockys, in Virginia und Maryland und in Canada;
Vidal Blanc: ist eine französische Hybride, die sehr schöne Weißweine bringt; in der Stilistik reicht sie vom reduktiven, leichten bis zum eichengereiften, schweren Wein; auch "Late Harvest" Weine sind hier möglich;
Meritage: diese Bezeichnung wird für Weine verwendet, die nach dem
Bordeaux - Vorbild, ein Cuvee aus mehreren Bordelaiser Sorten darstellt.
Trotz optimaler klimatischer Voraussetzungen und steigenden Rückgangs, machen die amerikanischen Rebsorten noch immer mehr als 50 % der Rebflächen aus. Der Anteil an zwei Vitis Labrusca - Sorten (Elvira und Concord), für Sekt und Schaumwein Produktion, ist sogar im Steigen.
Wie bereits erwähnt, wurden die ersten Versuche mit Vitis Vinifera Reben in Ontario bereits 1946 vom französischen Chemiker Adhernar de Chaunac durchgeführt. Er startete die Versuche mit den Sorten Chardonnay, Riesling und Pinot Noir. Dazu kamen noch die Sorten Gewürztraminer, Gamay und Aligote in erwähnenswerter Menge.
Die besten Weine dieses Gebietes stammen von den Vitis Vinifera Rebsorten, aber viele Winzer verlassen sich auf die ertragreicheren amerikanischen Rebsorten bzw. Hybriden.

Ein weiterer Nachteil der Vitis Labrusca ist der "Fox Ton" (Geruch und Geschmack nach nassem Fuchsfell und Fuchsbau), der mit dem Geschmack des heutigen Weinkonsumenten nicht korrespondiert. Ein Vorteil der Vitis Labrusca gegenüber der Vitis Vinifera ist die Reblaus - Resistenz.
Leider ist es nach wie vor so, dass einige Winzer oft mit kalifornischen Weintrauben oder Mostkonzentrate ihre Tafel - oder Landweine aufbessern. Die Kosten für eigene Trauben sind, auf Grund staatlicher Regelung, oft doppelt so teuer als die Zukäufe.
Icewine - Canada ist sicherlich, gemeinsam mit Österreich und Deutschland, der Leader in Produktion, Verkauf und Auszeichnungen.
In British Columbia gibt es sogar einige Winzer, die sich nur mit der Eisweinproduktion beschäftigen (z.B. Paradiese Ranch im Okanaga Valley). Außerdem werden auch geringe Mengen an Botrytisweinen, unter der Bezeichnung TBA (Totally botrytis affected) vermarktet.
Kapitel 4: Wein als Wirtschaftsfaktor
Ontario hat ca. 17.000 acres Rebfläche (=ca. 7000 ha) - Produktion ca. 41 Millionen Liter
British Columbia hat ca. 6.000 acres Rebfläche (=ca. 2500 ha) - Produktion ca. 12 Millionen Liter
Direkt und indirekt Beschäftigte: ca. 12.000
Pro Kopf Verbrauch: ca. 9 Liter / Jahr
Alleine in Ontario wird mit dem Verkauf von einheimischen Wein ein Umsatz von ca. 527 Mill. CAD (ca. 306 Mill. €) erzielt.
Der Umsatzanteil am gesamten einheimischen Weinmarkt beträgt ca. 45%.
Kapitel 5: Auswahl an Weingütern
Henry of Pelham, St. Catherines, Ontario:
Die drei Speck Brüder bewirtschaften ca. 60 ha an Rebfläche;
Zahlreiche Auszeichnungen belegen den Erfolg.
Außerdem gehören sie zu den Gründungsmitgliedern der VQA 1988.
Pillitteri Estates Winery, Niagara on the Lake, Ontario:
Die Pillitteri Estates Winery bewirtschaftet ca. 53 acres, die mit Vitis Vinifera und französischen Hybridreben bepflanzt sind. Anbau und Kellertechnik folgen streng den Standards der VQA (Vintner´s Quality Alliance). Die Produktion wurde seit Gründung des Weingutes im Jahr 1993 stetig gesteigert auf derzeit 250.000 Liter.
Icewine ist jedoch Pillitteri's absolutes Flaggschiff. Pillitteri ist Kanadas größter "Estate" Hersteller von Vidal, Riesling und Gewürztraminer Eisweinen mit Export in mehr als 12 Länder weltweit.
Vineland Estates Winery, Vineland, Ontario:
Vineland ist sicherlich eines der schönsten Weingüter in Niagara Peninsula! Allen und Brian Schmidt bewirtschaften ca. 30 ha Rebfläche und produzieren jährlich etwa 300.000 Flaschen Wein. Bemerkenswert ist, dass hier fast ausschließlich Vitis Vinifera Reben am Stock hängen.
Pelee Island Winery, Kingsville, Ontario:
Pelee Island ist, wie bereits erwähnt, ein sehr geschichtsträchtiges Weingut am südlichsten Zipfel von Canada. Die Rebflächen befinden sich auf der Insel "Pelee Island" in mitten vom Lake Erie. Die gelesenen Trauben werden per Schiff an die Küste zur Verarbeitung gebracht.
Mit fast 230 ha Rebfläche ist Pelee Island eines der größten Weingüter Canadas.
Die Icewine Lese im Jänner wird, da der Lake Erie zu diesem Zeitpunkt gefroren ist, auf der Insel gemaischt und zum ehest möglichen Zeitpunkt ebenfalls an die Küste zur Weiterverarbeitung gebracht.
Reif Estate, Niagara on the Lake, Ontario:
Klaus W. Reif, ursprünglich aus Neustadt / Weinstrasse, setzt 1984 die alte Winzer - Generation in Canada fort. Ca. 60 ha Rebfläche werden erfolgreich bewirtschaftet. "Best Canadian Winery 2002" und viele weitere Auszeichnungen kann Klaus Reif bereits verbuchen. Auf diesem Weingut werden Vitis Vinifera und franz. Hybriden gelesen.
Benchland Vineyards, Pentiction, Okanagan Valley, British Columbia:
Klaus Stadler, ehemaliger Besitzer von Benchland, produzierte Weine aus Vitis Vinifera Reben die Vergleiche mit Spitzenprodukten aus Frankreich oder Italien keineswegs zu scheuen brauchen.
Man wird sehen, ob die neuen Besitzer (ab Jahrgang 2005) diese großen Qualitätsschritte mithalten können.
BENCHLAND V I N E Y A R D S
Mit der Gründung der VQA, Vintners Quality Association, 1988 wurde ein großer und wichtiger Schritt in Richtung Qualität und Controlling gesetzt. Eines der wichtigsten VQA - Kriterium ist 100 % Trauben vom eigenen Weingut!
Heutzutage werden im gesamten Canada - Querschnitt, 30 % von der Gesamtproduktion VQA - Weine verkauft. Wobei dieser Prozentsatz seit Jahren stetig steigt.
Die Exporte, u. a. in die EU, sind ausnahmslos VQA - Weine. Auch die Exporte nach Asien, wo es eigene Icewine - Stores gibt, sind ausschließlich VQA - Produkte!
Wir hoffen, Ihnen mit diesen Seiten einiges an Information über den Weinbau in Canada geliefert zu haben!
Falls Sie weitere Fragen haben oder ausgiebigere Information wünschen, stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung!
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